Methodik
Der BI-Index Zukunftsfähigkeit
Der BI-Index setzt sich aus 26 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen zusammen.
Für die Indikatoren im Index wurden die Rohdaten aus den zum Stichtag im Frühjahr 2026 aktuellen, auf Kreisebene verfügbaren amtlichen Statistiken ermittelt und benotet.
Die Notengebung entspricht jener des Schulsystems. Eine 1 ist die beste, eine 6 die schlechteste Wertung. Welche Note ein Kreis oder ein Bundesland bekommt, hängt davon ab, wie stark er bei einem bestimmten Indikator vom Durchschnitt aller 400 Kreise abweicht (gemessen in Standardabweichungen).
Die einzelnen Bewertungen der Indikatoren wurden als Mittelwert für die vier Dimensionen als Zwischennoten zusammengefasst. Aus den vier Zwischennoten wurde dann die Gesamtbewertung berechnet. Die Zwischennoten Demografie und Wirtschaft wurden zu je einem Drittel, Bildung und Soziales zu je einem Sechstel gewichtet.
Indikatoren und Zusammensetzung
- Zusamengefasste Geburtenziffer
- Anteil unter 35-jähriger
- Durchschnittliche Lebenserwartung
- Wanderungssaldo
- Anteil über 74-jähriger
- Bevölkerungsvorausberechnung (2024 bis 2045)
- Verfügbares Einkommen
- Bruttoinlandsprodukt je sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
- Kommunale Schulden
- Anteil sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen
- Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Alter von 50 bis 64 Jahren
- Aufstocker
- Innovationskraft
- Beschäftigung von Menschen ohne deutschen Pass
- Ausländische Beschäftigte mit anerkanntem und/oder akademischem Abschluss
- Trendnote Wirtschaft
- Anteil der Schulabgänger ohne Schulabschluss
- Arbeitslosenquote unter den 15- bis 24-Jährigen
- Anteil hoch Qualifizierter unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
- Ausbildungsplätze je 100 Nachfragende
- Anteil der unter 3-Jährigen in Ganztagsbetreuung
- Elterngeldbezug
- Einbürgerungen
- Erholungsfläche je Einwohner:in
- Vereine je 1.000 Einwohner:in
- Kinderarmut
Indikatoren
Zusamengefasste Geburtenziffer
Bei gleichbleibender Lebenserwartung bleibt eine Gesellschaft zahlenmäßig stabil, wenn rechnerisch jede Frau im Mittel 2,1 Kinder bekommt. Unterhalb dieses Wertes würde die Bevölkerung schrumpfen, es sei denn, die Lebenserwartung steigt oder Menschen aus dem Ausland wandern zu. Die zusammengefasste Geburtenziffer für ein bestimmtes Jahr bezeichnet die Zahl der Kinder, die eine Frau durchschnittlich im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn die altersspezifischen Geburtenziffern aller Altersgruppen zwischen 15 und 44 Jahren so blieben wie zum Zeitpunkt der Erhebung. Die zusammengefasste Geburtenziffer wird häufig vereinfachend als Kinderzahl je Frau bezeichnet.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Codes: 12612-93-01-4 und 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je Frau |
Anteil unter 35-jähriger
Ein hoher Anteil unter 35-Jähriger an der Bevölkerung ist ein Zeichen dafür, dass in den entsprechenden Regionen auf längere Sicht ausreichend Erwerbsfähige wie auch potenzielle Familiengründer:innen leben.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Durchschnittliche Lebenserwartung
Die Gesundheit und damit die Lebenserwartung werden maßgeblich durch die sozioökonomische Lage mitbestimmt. In Regionen, in denen die Bewohner:innen durchschnittlich weniger privilegiert sind, erkranken die Menschen häufiger und sterben früher.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Jahre |
Wanderungssaldo
Wie viele Menschen in Regionen einwandern beziehungsweise sie verlassen, ist ein Zeichen für ihre Attraktivität. Je höher der Wanderungssaldo, desto beliebter die Region. Da vor allem 20- bis 39-Jährige wandern, verjüngen Wanderungsgewinne die Bevölkerung tendenziell, bei Verlusten bleiben insbesondere Ältere zurück. Zudem sind gut qualifizierte Menschen mobiler, weshalb Wanderungen auch Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte haben.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Codes: 12711-04-02-4 und 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 1.000 Einwohner:innen |
Anteil über 74-jähriger
Oberhalb eines Alters von 74 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Die Alterung der Bevölkerung fordert damit auch Kommunen und Sozialkassen, sich auf die neue demografische Realität einzustellen.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Bevölkerungsvorausberechnung (2024 bis 2045)
Die Prognose berücksichtigt die Entwicklung der Fertilität, der Lebenserwartung sowie die Zu- und Abwanderungen innerhalb Deutschlands und über die Grenzen.
| Datengrundlage | CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Verfügbares Einkommen
Trendnote verfügbarDie Lebensqualität einer Region hängt auch vom Einkommen der privaten Haushalte ab. Das verfügbare Einkommen gibt an, wie viel Geld einer Person pro Jahr im Mittel zur Verfügung steht, nachdem sie alle Steuern und Sozialabgaben gezahlt und alle monetären Sozialleistungen erhalten hat.
| Datengrundlage | Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder. Einkommen der privaten Haushalte in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 1995 bis 2023 Reihe 2, Kreisergebnisse Band 3. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Euro je Einwohner:in |
Bruttoinlandsprodukt je sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
Trendnote verfügbarDas Bruttoinlandsprodukt beschreibt die Wirtschaftskraft eines Landkreises oder einer Stadt.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 82000-01-01-4-B. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Euro je sozialversicherungspflichtig Beschäftigten |
Kommunale Schulden
Trendnote verfügbarEine hohe Verschuldung hindert Kommunen daran, in die Zukunft zu investieren. Verschuldete Kommunen müssen an „freiwilligen Leistungen“ sparen, wozu viele Angebote im Jugend-, Sport- und Kulturbereich sowie für die Teilhabe von Migrant:innen und älteren Menschen gehören.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „Kommunale Schulden. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Euro je Einwohner:in |
Anteil sozialversicherungspflichtig beschäftigter Frauen
Trendnote verfügbarAngesichts des demografischen Wandels ist es wichtig, dass möglichst viele Erwerbsfähige auch eine Arbeit aufnehmen können. Eine hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen hat deshalb eine hohe Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der Regionen.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Codes: 13111-06-02-4 und 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Alter von 50 bis 64 Jahren
Trendnote verfügbarDie Beschäftigungsquote von älteren Menschen zeigt an, wie gut es gelingt, Menschen bis zum Renteneintrittsalter im Beruf zu halten. Mit der Alterung der Bevölkerung gewinnt dies an Bedeutung.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Codes: 13111-06-02-4 und 12411-02-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Aufstocker
Trendnote verfügbarEin hoher Anteil an Personen, die zugleich abhängig beschäftigt sind und Arbeitslosengeld II beziehen, signalisiert Probleme bei der Arbeitsmarktteilhabe der Menschen. Entweder arbeiten sie, aber das Gehalt reicht nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, oder sie arbeiten in geringem Stundenumfang und eine umfassende Teilhabe am Arbeitsmarkt gelingt nicht.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „(SDG 8) Erwerbstätige Aufstocker. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Innovationskraft
Trendnote verfügbarEine hohe Gründungsdynamik spiegelt die Innovationskraft einer Region wider. Sie zeigt unter anderem die Resilienz von Regionen im wirtschaftlichen Strukturwandel an.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „(SDG 9) Existenzgründungen. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 1.000 Einwohner:innen |
Beschäftigung von Menschen ohne deutschen Pass
Trendnote verfügbarIn Deutschland sind ausländische Staatsbürger:innen häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als deutsche. Je kleiner der Abstand zwischen den Beschäftigungsquoten beider Gruppen, umso besser gelingt die Arbeitsmarktteilhabe internationaler Staatsbürger:innen. Bei einem Wert von 100 wären beide Quoten gleich. Darunter liegt die Quote für internationale Beschäftigte unter der allgemeinen Beschäftigungsquote.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „(SDG 10) Beschäftigungsquote - Ausländer. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024". |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Ausländische Beschäftigte mit anerkanntem und/oder akademischem Abschluss
Trendnote verfügbarViele Branchen haben auch durch den demografischen Wandel bedingt mit einem Mangel an Fachkräften zu kämpfen. Ein hoher Anteil qualifizierter Beschäftigter mit einer anderen als der deutschen Staatsangehörigkeit zeigt, wie gut es Regionen gelingt, internationale Fachkräfte zu gewinnen und ihnen die Teilhabe am regionalen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 13111-12-03-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Trendnote Wirtschaft
Für die Bewertung der Zukunftsfähigkeit einer Region ist nicht nur der gegenwärtige Zustand relevant, sondern auch die Entwicklung der vergangenen Jahre – also die Frage, ob es bergauf oder bergab geht. Für den Bereich Wirtschaft wurde deshalb eine Trendnote berechnet. Die Trendnote Wirtschaft bewertet, wie sich die entsprechenden Indikatoren zwischen zwei Zeiträumen prozentual entwickelt haben. Die beiden Zeiträume umfassen dabei zusammen immer die acht aktuell verfügbaren Jahre eines Indikators. Die Benotung des Entwicklungstrends folgt der gleichen Methodik wie die Bewertung der anderen Indikatoren. Für den Bereich Demografie bildet die Bevölkerungsprognose den Trend in der Indikatorenauswahl ab.
| Datengrundlage | siehe Indikatoren der Dimension Wirtschaft. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Einheit | Mittelwert |
Anteil der Schulabgänger ohne Schulabschluss
Schüler:innen, die die Schule ohne einen Abschluss verlassen, haben es später erheblich schwerer, einen guten Job zu finden, und haben oft schlechtere gesellschaftliche Teilhabechancen.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 21111-02-06-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Arbeitslosenquote unter den 15- bis 24-Jährigen
Ein hoher Anteil jugendlicher Arbeitsloser deutet auf deren niedrige Qualifikation und/oder einen geringen Bedarf an Nachwuchs im Berufsleben hin. Regionen, in denen Jugendliche geringe Chancen auf einen Arbeitsplatz haben, drohen Abwanderung und Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „Jüngere Arbeitslose. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Anteil hoch Qualifizierter unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
Viele Arbeitskräfte mit einem akademischen Berufsabschluss zeigen unter anderem, inwiefern in Regionen Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Wirtschaftsbereichen vorhanden sind.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: 13111-11-04-4. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Ausbildungsplätze je 100 Nachfragende
Die Passung zwischen der Nachfrage nach und dem Angebot von Ausbildungsplätzen signalisiert, wie gut es in der Region gelingt, Jugendlichen einen beruflichen Einstieg zu ermöglichen. Weicht das Angebot stark nach oben ab, bleiben Stellen unbesetzt, weicht es nach unten ab, fehlen Plätze für Interessierte. Die Bewertung weicht deshalb vom üblichen Vorgehen ab.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „Ausbildungsplätze. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 100 Nachfragende |
Anteil der unter 3-Jährigen in Ganztagsbetreuung
Ein hoher Anteil an unter Dreijährigen, die ganztägig eine Kindertagesstätte besuchen können, erleichtert es mehr Eltern, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: AI-N-05. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Prozent |
Elterngeldbezug
Die Sorge und Betreuung von Kindern übernehmen immer noch vor allem Frauen. Beziehen viele Väter Elterngeld, weist das darauf hin, dass sie sich an der Sorgearbeit beteiligen. Eine partnerschaftliche Aufteilung ermöglicht Frauen dabei besser am Arbeitsmarkt teilzuhaben, sich beruflich zu entwickeln und finanziell unabhängig zu bleiben. Ein Wert von 1 entspricht einer Geschlechterparität, bei einem höheren Wert beziehen mehr Frauen als Männer Elterngeld, bei einem niedrigeren mehr Männer.
| Datengrundlage | Statistisches Bundesamt. Codes: 22922-0121 und 22922-0111. Eigene Berechnungen. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Elterngeld beziehende Mütter je Elterngeld beziehendem Vater |
Einbürgerungen
Zuwanderung ist ein wichtiger Faktor für die demografische Entwicklung. Mit einer Einbürgerung erhalten Zugewanderte alle umfassenden Rechte und Pflichten von Staatsbürger:innen. Die Einbürgerungsquote zeigt an, inwiefern Menschen sich dauerhaft für ein Leben in Deutschland entscheiden.
| Datengrundlage | Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Code: AI002-5. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 100 Ausländer:innen |
Erholungsfläche je Einwohner:in
Erholungsflächen bieten den Menschen Raum für Sport, Erholung und vielfältige Freizeitaktivitäten. Gerade in ländlichen Regionen können viele und große Erholungsflächen ein Standortfaktor sein.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „Erholungsfläche je Einwohner. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | Quadratmeter |
Vereine je 1.000 Einwohner:in
Eine hohe Vereinsdichte zeigt, dass Menschen vor Ort mitgestalten und stärkt in der Regel den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
| Datengrundlage | ZiviZ im Stifterverband., „ZIVIZ-SURVEY 2023. Vereine je 1000 Einwohner:innen, 2022.“, 2023, https://www.ziviz.de/sites/ziv/files/ziviz-survey_2023_hauptbericht.pdf. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 1.000 Einwohner:innen |
Kinderarmut
Wachsen Kinder in Armut auf, prägt das ihr Leben oft langfristig durch geringere Bildungschancen und Hemmnisse auf dem Arbeitsmarkt. Eine hohe Kinderarmutsquote spiegelt deshalb in besonderem Maße künftige Herausforderungen für die betroffenen Regionen wider.
| Datengrundlage | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), „(SDG 1) Armut - Kinderarmut. Laufende Raumbeobachtung des BBSR: Raumgliederungssystem des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zum Gebietsstand 31.12.2024“. |
|---|---|
| Stand | |
| Einheit | je 100 Einwohner:innen unter 15 Jahren |
Die Bevölkerungsprognose
Die Bevölkerungsprognose basiert auf der Kohorten-Komponenten-Methode. Dabei wird die Bevölkerung aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte nach Geschlecht und Altersjahren jahrgangsweise fortgeschrieben. Der Bevölkerungsstand zum 31.12.2024 ist der Ausgangspunkt der Prognose, der Prognosehorizont reicht bis 2045. Die Fortschreibung erfolgt bottom-up auf Kreisebene; Länder- und Bundeswerte ergeben sich aus der Aggregation der regionalen Ergebnisse.
Geborene
Die Zahl der Geborenen wird über regions- und altersspezifische Fertilitätsraten geschätzt. Grundlage sind die beobachteten Geborenen nach dem Alter der Mutter sowie die Zahl der Frauen in den entsprechenden Altersjahren. Berücksichtigt werden Mütter aller Altersgruppen. Das Modell prognostiziert die Zahl der Geborenen, nicht die Zahl der Geburten. Das heißt, dass Mehrlingsgeburten entsprechend der Zahl der geborenen Kinder eingehen. Die Berechnung erfolgt zunächst für die Geborenen insgesamt und wird anschließend auf Mädchen und Jungen verteilt. Zusätzlich wird der regionale Zehnjahrestrend der Fertilität berücksichtigt. Steigende Trends fließen in die Prognose ein, während stark rückläufige Entwicklungen der letzten Jahre aufgrund des bereits sehr niedrigen Geburtenniveaus nicht unbegrenzt fortgeschrieben werden.
Sterbefälle
Die Sterbefälle werden über regions-, alters- und geschlechtsspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten berechnet. Grundlage ist ein Fünfjahresmittel der Sterbewahrscheinlichkeiten, um kurzfristige Ausschläge, insbesondere pandemiebedingte Sondereffekte, nicht ungedämpft fortzuschreiben. Die Sterbefälle liegen regional in der Regel bis zum 85. Lebensjahr differenziert vor. Für die höheren Altersjahre werden Sterbewahrscheinlichkeiten auf Basis der Sterbetafeln der Bundesländer geschätzt. Zusätzlich wird ein regional- und geschlechtsspezifischer Zehnjahrestrend berücksichtigt, der Veränderungen der Sterbewahrscheinlichkeiten im Prognoseverlauf abbildet.
Wanderungen
Die Schätzung zukünftiger Wanderungen (Zu- und Fortzüge) geht mit einer hohen Unsicherheit einher. Modelliert werden Zu- und Fortzüge nach Region, Alter und Geschlecht. Berücksichtigt werden sowohl Binnenwanderungen innerhalb Deutschlands als auch Außenwanderungen über die Bundesgrenze. Regionale Faktoren wie Arbeitsmarkt, Hochschulstandorte, Urbanisierung, Suburbanisierung, Erreichbarkeit oder Wohnungsmärkte fließen implizit über die beobachteten regionalen Wanderungsmuster ein.
Die Binnenwanderung ist stark altersselektiv. Junge Erwachsene ziehen überdurchschnittlich häufig in größere Städte und Hochschul- bzw. Arbeitsmarktzentren. Familien, ältere Erwerbspersonen und Teile der älteren Bevölkerung weisen dagegen häufiger Wanderungen in das Umland oder in weniger verdichtete Räume auf.
Auch die Außenwanderung ist mit hohen Unsicherheiten verbunden. Zentrale Herkunftsländer, insbesondere in Ost- und Südosteuropa, befinden sich selbst in demografischen Schrumpfungsprozessen. Dadurch kann das Potenzial mobiler Erwerbspersonen langfristig zurückgehen. Zugleich bestehen in anderen Weltregionen hohe demografische Potenziale, deren tatsächliche Wirkung auf die Zuwanderung nach Deutschland jedoch stark von politischen und institutionellen Rahmenbedingungen abhängt.
Die Hauptvariante der Prognose verbindet die reguläre Komponentenfortschreibung mit den zum Zeitpunkt der Berechnung belastbar verfügbaren Informationen zur Bevölkerungsentwicklung. Verfügbare Schnellmeldungen zu Wanderungen des Jahres 2025 auf Bundes- und Länderebene fließen ein. Sie liegen nicht kreisscharf vor, die Anpassung erfolgt deshalb bundeslandspezifisch. Für 2026 wird zwischen dem angepassten Wert 2025 und dem langfristigen Grundansatz interpoliert; ab 2027 greift der reguläre Fortschreibungsansatz. Das Jahr 2022 wird aufgrund der außergewöhnlichen Zuwanderung infolge des Kriegs in der Ukraine nicht als Normaljahr in die zentrale Wanderungsannahme einbezogen.
Ein ausführlicher Methodenbericht zur Prognose steht auf der Website des Berlin-Instituts zur Verfügung.